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Untergiesing ist von Erholungsflächen und Hauptverkehrslinien umgeben. Im Westen ist das östliche Isarufer die natürliche Grenze. Im Osten verläuft die Grenze teilweise entlang der Tegernseer Landstraße. Im Norden bildet die Humboldtstraße den Abschluss zum Stadtbezirk Au-Haidhausen.
Im Zuge der Industrialisierung entwickelte sich Untergiesing in der Vorgründerzeit zu einer bedeutenden Arbeitersiedlung. Das Quartier beschränkte sich zunächst auf das Gebiet zwischen der Humboldtstraße und der Candid-Auffahrt unterhalb der Isarhangkante. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte eine rege Bautätigkeit ein, um die im Krieg zerstörten Gebäude wieder aufzubauen.
Den größten Freizeitwert in Untergiesing bietet zweifellos die Isar. Sportbegeisterte finden hier ausreichend Strecken zum Joggen und Radfahren. An den lauschigen Kiesstränden kann außerdem gegrillt, gefeiert oder einfach nur entspannt werden. Ein malerischer Ort, der zu einem ausgedehnten Spaziergang einlädt, sind die kleinen Schrebergärten an der Teutoburger Straße. Auch ein Besuch im Rosengarten, der sich zwischen Isar und Schyrenbad versteckt, ist für Erholungsbedürftige ein heißer Tipp.
Überall in Untergiesing sind noch die Spuren der Arbeitervorstadt zu erkennen. Schlichte und dicht aneinander gereihte Mietshäuser prägen bis heute das Bild des Stadtteils. Beispiele für die ursprünglichen „Arbeiterherbergen“, die hauptsächlich im 19. Jahrhundert beziehungsweise zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden, finden sich etwa noch in der Pilgersheimer Straße. Schöne alte Häuser gibt es auch in der Mondstraße zu sehen, an der der Auer Mühlbach entlang läuft.
Untergiesing ist ein Stadtteil, der im Wandel ist. Durch die Nähe zum Zentrum und die gute Verkehrsanbindung ist das frühere „Glasscherbenviertel“ mittlerweile zu einem beliebten Wohnquartier geworden. Aufwändige Sanierungen und Neubauten, etwa in der Birkenau, locken anspruchsvollere Mieter in das Viertel. Auch für Kleinunternehmer ist Untergiesing interessant: In der Schyrenstraße haben sich viele Grafiker und Architekten Büros eingerichtet. Im Viertel finden sich zudem kultige Kneipen, Cafés und spezielle Restaurants.
Es gibt wenige Dinge, die man so sehr mit Giesing verbindet, wie den TSV 1860 München. Die meisten Sechzger-Fans würden diese Aussage unterschreiben, obwohl der Verein ja kurioserweise im Glockenbachviertel gegründet wurde. Dass der Stadtteil trotzdem als Hochburg des TSV gilt, liegt vor allem an einem Ort: Dem Grünwalder Stadion beziehungsweise dem „Städtischen Stadion an der Grünwalderstraße“, das an der Grenze zwischen dem Stadtbezirk Untergiesing-Harlaching und dem Stadtteil Obergiesing liegt. Was nicht jeder weiß, ist, dass der bei 1860-Anhängern nicht gerade beliebte Stadtrivale FC Bayern München seine Europapokalspiele bis 1972 ebenfalls im Grünwalder Stadion ausgetragen hat. Gebaut wurde das Stadion im Jahr 1911 und im Laufe seiner Geschichte öfters renoviert, aus- und umgebaut.
Ein kurioses Gebäude im Stadtteil ist die Templer-Komturei im Birkenleiten oder Archivconvent der Templer, wie das Gebäude mit dem markanten Zwiebelturm richtig heißt. 1880 als Villa im romantischen Stil erbaut, wurde das Gebäude 1968 vom Templerorden erworben und um neugotische Elemente erweitert. Heute dient es dem Orden als Kloster. Ein sehr beeindruckender Neubarockbau ist die Pfarrkirche St. Franziskus aus den 1920er Jahren in der Hans-Mielich-Straße. Auch ein Besuch am Agilofingerplatz lohnt sich, nicht zuletzt wegen dem imposanten barockisierenden Gruppenbau, in dem sich eine Grundschule befindet.
Das kleine Schlösschen Birkenleiten in der gleichnamigen Straße ist ein schöner Barockbau aus dem 19. Jahrhundert. Nicht weit davon entfernt liegt die Kraemer’sche Kunstmühle, in der bis 2007 Getreide gemahlen wurde. Nach Stilllegung und Umbau dient sie heute vorwiegend als Bürogebäude, aber auch kulturelle Veranstaltungen finden hier statt. Um dem historischen Giesing ein wenig näher zu kommen, sollte man die Birkenau entlangwandern. Hier finden sich noch viele der meist erd- oder zweigeschossigen Satteldachbauten, die überwiegend in der Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden.
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Obergiesing
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